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Freitag, 13. Januar 2012, 11:50

Quickborn als "Melkkuh"

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Quickborn als "Melkkuh"

13. Januar 2012 | 00:20 Uhr | von René Erdbrügger | Pinneberger Tageblatt

QUICKBORN. Die Stadt Quickborn fährt zwar sehr hohe Gewerbesteuereinnahmen ein, aber unterm Strich bleibt nicht allzu viel Geld übrig. Denn wie bei den Privathaushalten gilt auch für Städte und Kommunen: Je höher die Einnahmen, desto mehr muss abgeführt werden. Für Quickborn hieß das 2011 konkret: Von 15,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen bleiben für die Stadt nur 6,1 Millionen Euro übrig.

Lachende Dritte sind der Kreis Pinneberg und das Land Schleswig-Holstein. Der Berechnungsschlüssel ist dabei äußerst kompliziert, was Kämmerin Meike Wölfel von der Verwaltung auch ohne zu zögern zugibt. 3,8 Millionen Euro musste Quickborn 2011 an Gewerbesteuerumlage an das Land abführen. Weitere 600 000 Euro hat Kämmerin Wölfel für die Finanzausgleichsumlage, 4,6 Millionen für die Kreisumlage und 400 000 Euro für die zusätzliche Kreisumlage eingeplant. Ein Teil davon wird dieses Jahr, der andere 2013 fällig.

Was steckt hinter den einzelnen Posten? Städte und Kommunen, die sehr gute Steuereinnahmen verzeichnen, müssen zur Kreisumlage noch eine zusätzliche Abgabe an den Kreis löhnen.

Die Finanzausgleichsumlage hingegen bekommt das Land Schleswig-Holstein. Es wird an die Kommunen verteilt, die weniger Steuereinnahmen haben. "Hintergrund ist, dass alle Kommunen eine ungefähr gleiche Finanzausstattung haben sollen", erklärt Wölfel.

Doch ist dieses System, das die Kommunen straft, die viele Steuereinnahmen haben, überhaupt gerecht? "Die Umlagen sind notwendig, aber sie sollten nicht mehr als 50 Prozent betragen. Im Endergebnis sind sie zurzeit zu hoch. Der Anreiz, hohe Gewerbesteuern zu generieren, ist zu gering", sagt Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). Um viele Gewerbeunternehmen anzusiedeln, müsste die Stadt ja Geld investieren, beispielsweise für die Infrastruktur, so Köppl.

Viel ändern wird sich jedoch nicht: Auch 2012 wird Quickborn die "Melkkuh" bleiben: Nach ersten Schätzungen der Kämmerei werden von 16 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen nach Zahlungen und Rücklagen 6,4 Millionen Euro übrig bleiben - fast zwei Drittel des Geldes sacken Kreis und Land ein.


Gruß
Detlev

2

Montag, 16. Januar 2012, 11:07

Wenn ich das Gelesene richtig übersetze, bedeutet das wohl, dass die von der Stadt Pinneberg jetzt ins Auge gefasste kraftvolle Erschließung von neuen Gewerbegebieten auch nicht das alleinige Heilmittel gegen die horrende Verschuldung ist.

Oder - habe ich da etwas falsch verstanden?

Gruß
Detlev

3

Montag, 13. Februar 2012, 09:48

Gewerbesteuer und Einkommenssteuer


Wenn ich das Gelesene richtig übersetze, bedeutet das wohl, dass die von der Stadt Pinneberg jetzt ins Auge gefasste kraftvolle Erschließung von neuen Gewerbegebieten auch nicht das alleinige Heilmittel gegen die horrende Verschuldung ist.

Oder - habe ich da etwas falsch verstanden?

Gruß
Detlev



Hallo Detlev,

hast Du wohl richtig verstanden. Falls Pinneberg Zuschüsse aus diesem Topf bekommt, werden die sinken, wenn wir unsere eigenen Gewerbesteuereinnahmen steigern. Wenn wir die sehr stark steigern, müssen wir davon einen guten Teil abgeben.

Die Gewerbesteuer ist übrigens für Pinneberg nicht so wichtig wie der Anteil an der Einkommenssteuer. ich habe hier bei der SPD einige Zahlen gefunden:

http://spdpinneberg.de/wp-content/upload…eberg-20111.pdf


Wenn eine Gemeinde zugunsten des Baus von Gewerbegebieten den Wohnwert senkt bzw vernachlässigt, kann das sogar kontraproduktiv wirken. Bürger mit hohem Einkommen wollen nicht in einem "Industriegebiet" wohnen, und verlassen deshalb den Ort.

Deshalb können Förderungen der Kultur, von Schulen, Grünanlagen, etc durchaus positive Auswirkungen auf der Einnahmenseite haben, da sie durch Wohnwertverbesserung gute Einkommenssteuerzahler anlocken.

pkasch

hat viel zu sagen

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4

Montag, 13. Februar 2012, 15:19

... und deshalb setzt sich Pinnebergs Bürgermeisterin für den Bau von Studenten- und Sozialwohnungen auf dem Kreishausgelände ein?

5

Montag, 13. Februar 2012, 16:24

... und deshalb setzt sich Pinnebergs Bürgermeisterin für den Bau von Studenten- und Sozialwohnungen auf dem Kreishausgelände ein?

...die Wege von Frau Alheit sind bisweilen unergründlich.

Sozialpolitisch ist das wohl sinnvoll, finanzpolitisch eher weniger. Ich könnte mir auch schlauere Standorte für ein Studentenwohnheim vorstellen.