Warum gehört eigentlich Helgoland zu Kreis Pinneberg?
Direkt nach der Eingliederung ins Deutsche Reich 1890 hatte Helgoland zunächst zum Kreis Süderdithmarschen gehört. Doch die Verwaltung von Meldorf aus erwies sich als schwierig.
Es war die gute Verkehrsanbindung, die im Jahre 1932 den Ausschlag gab. Wenn auf der Insel die staatliche Ordnungsmacht gefragt war, so konnte diese am schnellsten von Pinneberg aus anreisen - erst mit der Vorortbahn nach Hamburg und von dort aus per Schiff nach Helgoland.
Ausserdem entstand eine enge Bindung an den Kreis Pinneberg nach der Evakuierung der Insel 1945. Damals fanden viele Helgoländer im Kreis Unterkunft. Von dort aus kämpften sie anschließend, mit Hilfe der Kreisbehörden, um die Wiederbesiedelung ihrer Insel
dazu gibt es auch eine Anekdote, danach gehört Helgoland zu Pinneberg weil damals unter allen Landräten Schleswig-Holsteins der Pinneberger als einziger seefest gewesen sein soll und daher auch bei stürmischer See keine Probleme gehabt hätte den Außenposten seines Verwaltungsgebietes zu erreichen.
Aber du hast recht zumindest nach einen Artikel der Uetersener Nachrichten vom 28.09.2007
Zitat
Seefester Landrat
Warum gehört Helgoland zum Kreis Pinneberg? / Festakt auf der Insel. Seit dem 1. Oktober 1932 gehört Helgoland zum Kreis Pinneberg. Aber wie kam die einzige deutsche Hochseeinsel eigentlich unter Pinneberger Verwaltung? Kreispräsident Burkhard E. Tiemann beantwortete bei einem Festakt die Frage.
Von Sebastian Kimstädt
Helgoland/Pinneberg. Die Frage nach den Gründen, warum Helgoland ausgerechnet zum Kreis Pinneberg gehört, haben sich schon viele Menschen gestellt. Auch die Kreistagsabgeordneten machten sich dazu beim Festakt des Kreistages zur 75jährigen Zugehörigkeit der Insel vor einer Woche auf Helgoland (wir berichteten) so ihre Gedanken. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Susanne Epskamp, fand bei ihren Recherchen heraus, dass Helgoland nur deswegen dem Kreis Pinneberg zugeschlagen wurde, weil damals unter allen Landräten Schleswig-Holsteins der Pinneberger als einziger seefest gewesen sein soll und daher auch bei stürmischer See keine Probleme gehabt hätte den Außenposten seines Verwaltungsgebietes zu erreichen.
„Das ist eine schöne Geschichte“, urteilt Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (CDU). Doch nach der Auswertung der alten Akten im Kreisarchiv kam zu dem Ergebnis: „Die Gründe sind leider viel profaner.“
Es sei die gute Verkehrsanbindung Pinnebergs an Hamburg gewesen, die den Ausschlag für die Zuordnung Helgolands zum Kreis Pinneberg gegeben hätte, erzählte Tiemann. Viele der Seebäderschiffe, die damals Helgoland anliefen, steuerten die Insel von Hamburg aus an. Und dank der Eisenbahn nach Kiel konnten die Helgoländer schnell zur Kreisverwaltung kommen.
Natürlich hätte die Insel auch der damaligen Provinz Hannover, also dem heutigen Niedersachsen, zugeschlagen werden können. Doch Tiemann fand heraus, dass die Bürokraten auf dem Festland darauf verzichteten, weil sich die Helgoländer den Friesen in Schleswig-Holstein zugehörig fühlten und auch heute immer noch fühlen. „Trotzdem waren die Insulaner in der Frage gespalten. Ein Teil wollte nach Hannover, der andere zu Schleswig-Holstein“, erzählte Tiemann.
Trotz ihrer friesischen Seele wollen die Insulaner heute bei einer Kreisgebietsreform offenbar weder Dithmarschen noch Nordfriesland zugeschlagen werden. „Wir sind Friesen und bleiben Friesen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns Friesland anschließen wollen“, sagte Bürgermeister Frank Botter (SPD) beim Festakt in der Helgoländer James-Krüss-Schule.
Der Bürgermeister betonte, dass die Insulaner dankbar für die Unterstützung des Kreises Pinneberg in den zurückliegenden Jahrzehnten sind. Er wies in seiner Rede auch darauf hin, dass unabhängig von der Verkehrsanbindung, auch schon vor 1932 enge Kontakte der Helgoländer in den Kreis Pinneberg bestanden. Im Ersten Weltkrieg waren die Helgoländer nämlich evakuiert und zu einem großen Teil in Holm und Wedel untergebracht. Auch nach 1945, als die Insel sieben Jahre lang als Bombenabwurfplatz der britischen Luftwaffe missbraucht wurde, kamen die damals noch mehr als 5000 Helgoländer zum größten Teil im Kreis Pinneberg unter. Auch Frank Botter verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Wedel.
Burkhard E. Tiemann und Landrat Wolfgang Grimme (CDU) sprachen auf dem Festakt in humorvoller Weise auch den mittlerweile seit Jahrhunderten schwelenden Konflikt zwischen den freisinnigen Insulanern und der Obrigkeit auf dem Festland an. Dennoch betonten alle Redner des Kreistages, dass sie stolz darauf seien, dass die einzige Hochseeinsel Deutschlands zum Kreis Pinneberg gehört.
Aber ist schon komisch das man es als Pinnebergerin bzw. Pinneberger nicht weiß.