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Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:16

zu heute dann morgen - hier eine Alternative

Hallo,
ich war auch da, aber dazu schreibe ich dann morgen oder so. Hier "recycle" ich jetzt mal etwas was ich schon an einen anderen Adressaten geschrieben habe, nicht ganz aktuell, aber man muss ja das Rad nicht jeden Tag neu erfinden:

Vorschlag zum Innenstadtentwicklungskonzept

Alternative I (kleine Lösung)

Die Innenstadt wird begrenzt durch die Bahnhofstraße, die Friedrich-Ebert-Straße, die Elmshorner Straße, die Pinnau und die Bahnlinie.

An der Friedrich-Ebert-Straße (Südseite) auf dem Grundstück der VR Bank (Parkplatz und ehemaliges Arbeitsamt) könnte ein Publikumsmagnet, z.B. ein Elektrofachmarkt oder auch ein imagebildendes Bekleidungsgeschäft angesiedelt werden, auch eine Fortsetzung der Rathauspassage mit hochwertigen Geschäften ist denkbar. Hier sollte eine Passage entstehen.

Die Anbindung des Marktplatzes, der gestalterisch optimiert werden muss, aber an seinem jetzigen Platz bleiben sollte, kann über eine Ampelanlage direkt gegenüber des Ausganges des Marktes erfolgen. Der Markt sollte stärker belebt werden durch zusätzliche Veranstaltungen (neben Wochen- und Jahrmärkten, sowie Zirkus, z.B. auch Konzerte, Flohmärkte, Ausstellungen) und auch überregional beworben werden. Direkt am Markt sollte eine Erlebnismeile (Gastronomie) entstehen. Der Marktplatz bleibt auch, wenn gerade keine Veranstaltungen stattfinden, als große, zentrumsnahe Parkfläche erhalten.

In Verlängerung dieser neuen Passage sollte auf dem Gelände Ecke Elmshorner Straße/Dingstätte ebenfalls ein Einkaufsangebot entstehen. Es sollte sich aber von dem herkömmlichen Angebot unterscheiden, also z.B. ein Mediteraneum. Hier ist zusätzlich auch ein gastronomisches Angebot denkbar.

Die Altstadt (Koppelstraße, Schulstraße, Rübekamp) muss verschönert werden. Hier besteht die Möglichkeit einen letzten historischen Kern zu bewahren und wieder heraus zu arbeiten. Als Nutzung ist eine Mischung aus zentrumsnahen Wohnen und Kultur mit Kleingewerbe und Gastronomie sinnvoll.

Diese Planungen würden den Bereich der unteren Dingstätte, ein historisches Kerngebiet von Pinneberg, aufwerten.
Besucher gehen gern im Kreis. Es sollten möglichst einige alternative Rundgänge entstehen, die man auch kombinieren kann.
Es gibt einen solchen Rundgang schon mit Drostei - obere Dingstätte - Passage vor der AKAD - Rathauspassage – Bismarckstraße - Drostei. Dieser könnte durch diese Planung erweitert werden zum Rundgang Drostei - obere Dingstätte – Passage vor AKAD – Rathauspassage – VR Bank-Passage – untere Dingstätte – Drostei.
Um auch den Fahltskamp entsprechend zu beleben, sollte hier ein Rundgang entstehen: Lindenplatz – Fahltskamp - Bahnhofstraße – Hofweg – Lindenstraße. Hier gilt es insbesondere den Hofweg umzugestalten. Denkbar erscheint eine südliche Randbebauung (Verlagerung des Parkplatzes und der Fahrradständer der KSS), die Nutzung könnte ähnlich der Passage vor der AKAD sein. Auch auf der Nordseite sind Änderungen wünschenswert. Die Lindenstraße könnte belebt werden durch einen Publikumsmagneten auf dem Grundstück des jetzigen Kreishauses. Dieses Grundstück liegt zentral zwischen Bahnhof und Innenstadt, somit auf einer fußgängig günstigen Achse.
Die Belebung dieses Rundganges würde sich automatisch auch günstig auf die Geschäfte im Fahltskamp und der Bahnhofstraße auswirken.

Neben diesem Konzept der Rundgänge ist auch das Durchgangskonzept ergänzend zu berücksichtigen. Fußgänger und Radfahrer erreichen die Innenstadt aus dem Westen durch den Rübekamp und aus dem Osten überwiegend durch den Fahltskamp, aus dem Norden durch die Bismarckstraße und aus dem Süden über die Bahnhofstraße. Diese Endpunkte sollten miteinander sinnvoll verbunden werden. Publikumswirksame Anlaufpunkte an den jeweiligen Zugängen zur Innenstadt sind wünschenswert.
In diesen Straßenverläufen (Ost-West und Nord-Süd) spiegeln sich auch die historischen Achsen wieder.


Alternative II (große Lösung)

Diese Alternative basiert auf Alternative I, ist aber unter der Prämisse „Think big!“ entwickelt. Sie geht davon aus, dass die Alternative I zu kleinteilig ist und bezieht deshalb auch ein größeres Gebiet mit ein. Die Südwestgrenze der Innenstadt ist an Stelle der Bahnlinie an die Mühlenau versetzt.
Sie beinhaltet die Alternative I; zusätzlich ist ein Kaufhaus oder großflächiger Einzelhandel auf dem Grundstück Ecke Mühlenstraße/Am Hafen geplant und ein Einkaufsmagnet auf dem Gelände der Firma Warncke zwischen Rübekamp und Bahnlinie. Ein Magnet an dieser Stelle belebt auch den Rübekamp, früher durchaus eine gute Geschäftslage und auch heute gibt es dort noch einigen Einzelhandel.

Außerdem kann eine „Shopping-Mall“ auf dem ehemaligen ILO-Gelände angesiedelt werden. Diese Mall kann ebenfalls Einkaufsmagneten, sowie großflächigen Einzelhandel, aber zusätzlich auch Boutiquen und Gastronomie beherbergen. In den oberen Stockwerken kann hier an Büroraum und Wohnraum gedacht werden. Vorbild könnten das Schenefelder Einkaufszentrum bzw. das EEZ sein. Auf dem gegenüber liegenden Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes könnte ein Großparkplatz (Parkhaus) entstehen. Natürlich könnten hier auch Büro- und Gewerbegebäude entstehen, dann ist jedoch auf dem ehemaligen ILO-Gelände entsprechender Parkraum zu planen. Dieses gesamte Gelände muss natürlich gut an die eigentliche Innenstadt angeschlossen werden. Dies kann durch einen Tunnel in Verlängerung der Bahnhofstraße geschehen; zusätzlich erscheint es sinnvoll, den schon bestehenden Tunnel, der als Zugang zu den Bahnsteigen dient, bis zum Bahnhofsplatz zu verlängern.
Diese Shopping-Mall wäre hervorragend an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen und auch die Straßenanbindung ist spätestens nach Fertigstellung der Westumgehung gut.

Ergänzende Anmerkung

Zur Entwicklung eines Konzeptes gehört eine Ist-Analyse. Diese hat auch die Historie eines Standortes einzubeziehen. Pinneberg ist als Kreisstadt im sog. Hamburger Speckgürtel in einer einerseits schwierigen, andererseits aber auch günstigen Lage. Grundsätzlich verfügt Pinneberg und sein Umland über eine hohe Kaufkraft. Diese resultiert aus der hohen Bevölkerungsdichte und der Tatsache, dass es kaum soziale Brennpunkte gibt und das Durchschnittseinkommen vergleichsweise hoch ist. Diese hohe Kaufkraft resultiert auch aus der Tatsache, dass viele Einwohner als Pendler in Hamburg arbeiten und dort ihr Einkommen erzielen. Es ist somit logisch, dass auch ein Teil dieses Einkommens in der Nähe des Arbeitsplatzes wieder ausgegeben wird. Es gibt auch verschiedene hochwertige Angebote, die nur an einem Oberzentrum, wie Hamburg, vorgehalten werden können. Ein gewisser Kaufkraftabfluss ist also vollkommen natürlich. Dieser sollte aber im Sinne Pinnebergs möglichst gering gehalten werden. Dies kann nur durch ein attraktives Angebot geschehen. Man darf einzelne Angebote aber nicht isoliert betrachten. Einzelne Projekte, die sich nicht in ihr Umfeld einpassen, schaden der Stadt. Es ist vielmehr auf eine organische Struktur zu achten. Hier kann ein Blick in die Geschichte der Stadt helfen. Pinneberg entstand als Verwaltungszentrum der Region. Es behielt diese Funktion bis heute bei (allerdings wird ja bekanntlich der Großteil der Kreisverwaltung nach Elmshorn verlagert). Im 19. Jahrhundert war Pinneberg ein beliebtes Ausflugsziel für Hamburger. Die Zeiten haben sich zwar geändert und mit ihnen das Erscheinungsbild der Stadt und das Freizeitverhalten der Bürger. Aber man kann trotzdem daraus eine Idee entwickeln: Pinneberg wieder für Hamburger interessant machen! Das wird zwar schwierig, ist aber nicht unmöglich. Zwar hat Pinneberg in Hamburg nicht das beste Image, aber ein schlechtes Image ist besser als gar kein Image. Man muss nur kreativ Werbung machen. Allerdings braucht man dann auch etwas, was diejenigen, die man anlockt nicht enttäuscht. Also sollten wir Pinneberg wieder zu einem attraktiven Kulturstandort machen. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Kultur weit zu verstehen. Es sollte viele Angebote für die junge Generation geben, aber auch für alle anderen Altersschichten. Eine gute Restaurant- und Kneipenszene gehört dazu, dann wäre auch die z.B. ein Kabarett von Vorteil. Den Bühnenstandort Pinneberg gilt es zu verbessern und auszubauen, auch eine Diskothek oder ein Musikclub in Innenstadtnähe ist wünschenswert. Auch Galerien und Kunsthandwerk sollten, bevorzugt in der Altstadt, entstehen. Nur in einem solchen Umfeld kann der Standortnachteil der Nähe zu Hamburg in einen Standortvorteil umgewandelt werden. Wenn das Drumherum stimmt, werden sich auch hochwertige Einzelhandelsgeschäfte halten. Deshalb gilt es die zweifelsfrei vorhandenen Stärken der Stadt heraus zu arbeiten und dabei auch auf noch rudimentär vorhandene Traditionen zurück zu greifen. Das ganzheitliche Shoppingerlebnis ist das Ziel. Wenn man Pinneberg so sogar für Hamburger interessant macht, kommen die Pinneberger und die Bewohner der Umlandgemeinden von allein. Verzagtes Verharren in überkommenen Strukturen macht keinen Sinn. Dieses ist das Denken der Vergangenheit. Aus der Historie die Zukunft entwickeln ist das Gebot der Stunde.
Gruß FanD