19. Dezember 2011 | 00:10 Uhr | von mlo | Pinneberger Tageblatt
HAMBURG. Das hat es in Hamburg seit den Tagen der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre nicht mehr gegeben. Im März 2012 wird auf der Autobahn 7 mehr als zwei Tage lang kein einziges privates Fahrzeug unterwegs sein. Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Nordeuropas wird von Freitag, 23. März, 22 Uhr bis zum Montag, 26. März, 6 Uhr komplett dichtgemacht. Grund für die beidseitige Vollsperrung zwischen Dreieck Nordwest und Anschlussstelle Stellingen ist der Neubau einer Brücke für die Güterumgehungsbahn. Nötig wird dies wegen des Ausbaus der A 7 von sechs auf acht Fahrspuren sowie die Überdeckelung der Autobahn. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhoff: "Zur Vollsperrung gibt es keine Alternative."
Die Eisenbahnbrücke nahe der Auffahrt Stellingen muss weg, weil sie mit 35 Metern zu schmal ist für die verbreiterte Autobahn. An ihre Stelle rückt eine 50 Meter lange Konstruktion, die mit 255 Tonnen Gewicht mehr als doppelt so schwer ist wie der Vorgängerbau. Für den schwierigen Brückentausch muss Europas größter fahrbarer Teleskopkran mitten auf der Autobahn platziert werden. Eine Teilsperrung der A 7 ist daher laut Verkehrsbehörde nicht möglich. Die Baukosten veranschlagt die Behörde auf 4,5 Millionen Euro.
Autofahrer müssen während der rund 56-stündigen Sperrung weite Umwege in Kauf nehmen. Der Verkehr zwischen Hannover und Flensburg/Kiel wird über das Horster Dreieck, die A 1 und die A 21 (Richtung Bad Segeberg) und die Bundesstraße 205 (südlich von Neumünster) umgeleitet. In Richtung Nordwesten und A 23 wird der Verkehr ab Anschlussstelle Stellingen über die Kieler Straße, Holsteiner Chaussee zur Anschlussstelle Eidelstedt geführt.
Verkehrsbehörde, Polizei und ADAC rechnen mit erheblichen Staus im Stadtgebiet. Die Verantwortlichen setzen allerdings darauf, mit der frühzeitigen Ankündigung Schlimmeres der beispiellosen Baustelle zu verhindern.
Zwei Wochen vor der Vollsperrung sollen große Schilder und LED-Tafeln auf den bevorstehenden Engpass hinweisen. Und: Die Planer setzen auf ihr gutes Timing. Staatsrat Rieckhof: "Wir haben den Termin so gewählt, dass keine Schulferien in Hamburg und Schleswig-Holstein sind und kein HSV-Fußballspiel stattfindet." Der ADAC befürwortet den Ablauf. Motto: Besser ein Wochenende Vollsperrung als monatelange Teilsperrungen.
Vielleicht sollte man nochmals daran erinnern, dass dieses Wochenende die A7 zwischen
Hamburg-Stellingen und dem Dreieck Nordwest in beiden Richtungen voll gesperrt wird.